QUIET LUXURY IM WINTER 2026: DIE FARB- UND TRENDCODES IN DER MÄNNERMODE

Wer in dieser Wintersaison noch Old Money trägt, hat den Zeitgeist nicht verstanden.

Mode kommt und geht, gute Kleidung bleibt. Dies zeigt sich im Premiumsegment besonders deutlich. Anstelle von auffälligen Logos und kurzlebigen Hypes bestimmen hier zeitlose Silhouetten, ruhige Farben und hochwertige Materialien das Bild. Der Look ist von der Eleganz der 1950er- und frühen 1960er-Jahre sowie von Stilikonen wie Alain Delon oder Marcello Mastroianni inspiriert und für den modernen Mann übersetzt.

Die Farben: Ruhe, Wärme und italienische Gelassenheit

Das Farbkonzept der Saison wirkt ruhig und souverän. Grelle Signalfarben bleiben außen vor. Stattdessen gibt es drei Ebenen.

DIE HELLE BASIS: ECRU, BEIGE, DOLOMITI

Helle, sandige Nichttöne erinnern an die Fassaden italienischer Modestädte wie Mailand oder Florenz. Sie wirken weich und zurückhaltend und lassen sich leicht kombinieren.

DIE TIEFEN AKZENTE: ESPRESSO, BAROLO, VIOLA UND TEAL

Diese satten Nuancen bringen luxuriöse Wärme ins Spiel. Die Palette reicht von tiefen, erdigen Tönen über raffinierte Wein- und Beerenschattierungen bis hin zu ausdrucksstarken Blaugrün-Akzenten. Wer nicht in Schwarz oder Grau verschwinden, aber auch keine grellen Farben tragen möchte, findet hier die richtige Mitte.

DIE KLASSIKER: SCHWARZ, GRAUMELANGE UND MARINEBLAU

Als unverzichtbare Basis jeder Garderobe stehen diese Klassiker für zeitlose Eleganz und mühelosen Stil. Sie schaffen Ruhe im Outfit, setzen hochwertige Materialien gekonnt in Szene und bilden die perfekte Grundlage für moderne Farbkombinationen.

Ein Moodboard von TOM RIPLEY mit einer Collage aus verschiedenen Fotos und die Farben im Winter 2026

Styling-Tipp

Kombiniere einen hellen mit einem dunklen Ton. Ein Rollkragenpullover in Dolomiti unter einer marineblauen Jacke oder ein Espresso-farbener Strick zu einer beigen Hose wirkt harmonisch, ohne langweilig zu sein. Ein Pullover in Teal oder Barolo setzt zu Schwarz oder Marine einen Akzent, der nicht aufdringlich wirkt.

Die Trends der Saison

HIGH NECK: DER KRAGEN DER STUNDE

Der Rollkragenpullover ist nach wie vor unverzichtbar. In den „Golden Fifties" und „Swinging Sixties" trugen Künstler, Beatniks und Filmikonen ihn als bewusste Abgrenzung vom Mainstream. Bis heute steht er für intellektuellen Chic und Individualität. Neu ist der High-Neck-Kragen: puristisch geschnitten, gepflegt im Look und gleichermaßen leger wie formell tragbar. Er passt zur Jeans am Wochenende und genauso unter ein Sakko im Büro.

Auch bei den anderen Kragenformen gibt es Abwechslung, etwa verkürzte, schmale Knopfleisten mit zwei Knöpfen, den V-Neck mit Polokragen oder knopflose Polokragen bei Strick und Sweat. Das ist eine willkommene Alternative in einem sonst sehr begrenzten Kragenangebot der Herrenmode.

DER PULLUNDER IST ZURÜCK

Wer beim Pullunder an Spießigkeit denkt, darf umdenken. Er wird neu interpretiert, etwa mit großzügigen Checkerboard-Mustern, die an die grafische Klarheit der 1960er-Jahre erinnern.

HERITAGE-STRICK: ARAN-MUSTER UND CO.

Das Aran-Muster hat seinen Ursprung in der irischen Tradition. Der Mix aus Zopfmustern, Rauten und Wellen war in den 1950er-Jahren sehr präsent, als handgemachte, traditionelle Kleidung gefragt war. Durch das Retro-Revival und den Slow-Fashion-Boom erlebt er heute eine Renaissance. Diese Pullover haben Charakter und sehen bewusst nicht nach Massenware aus.

GEOMETRIE UND RETRO-JACQUARDS

Die klare Formensprache der 1960er prägt viele Dessins: symmetrische Strukturen, Chevron-Muster und andere grafische Jacquards sowie Rippoptiken. Das wirkt dynamisch und zugleich nostalgisch. Besonders reizvoll ist die Kombination aus gedeckten Tönen und Akzentfarben.

TOM RIPLEY trägt einen Pullover mit einem Chevron-Jacquard und steht vor einer holzvertäfelten Wand.

STRICK ZEIGT SICH VON SEINER UNIVERSELLEN SEITE

Preppy-Strickjacken feiern ihr Comeback und lassen die sportlich-elegante Ausstrahlung der 1950er-Jahre wieder aufleben. Ebenfalls gefragt sind Polo-Cardigans, die mit ihrer durchgeknöpften Form sportliche Lässigkeit und gehobene Coolness verbinden. Als entspannte Alternative zum klassischen Sakko etablieren sich Strick-Blazer, die Eleganz vermitteln, ohne zu formell zu wirken. Strick-Overshirts greifen die charakteristische Silhouette der ikonischen CPO-Jacke auf und kombinieren sie mit dem hohen Tragekomfort und den atmungsaktiven Eigenschaften von feiner Merinowolle. Eine besonders weiche und luxuriöse Haptik bieten Granny-Overshirts und Strickpolos in Teddy-Optik aus flauschigen Merino-Mischungen. Auch die Details spielen eine wichtige Rolle: Bündchen mit Vanisé-Effekten setzen dezente farbliche Akzente, während markante Rippenabschlüsse den Modellen zusätzliche Struktur und eine kernige Note verleihen.

Das Fundament: Material und Handwerk

Quiet Luxury lebt von der Qualität der Faser. Feine Merinowolle, recyceltes Cashmere und Bio-Baumwolle haben von Natur aus hervorragende Trageeigenschaften: Sie sind weich, atmungsaktiv und temperaturregulierend. Wer auf Kunstfasern verzichtet und Naturmaterialien mit modernen Stricktechnologien und mechanischen Veredelungen verbindet, bekommt Kleidung, die sich gut anfühlt und lange hält. Der Gedanke dahinter: Was lange getragen wird, ist die nachhaltigste Entscheidung.

Wer Slow Fashion erst einmal ausprobieren möchte, startet am besten mit Accessoires. Eine Mütze oder ein Schal aus recyceltem Kaschmir in dezenten Farben lässt sich mühelos in jede Garderobe integrieren und setzt leise, aber ausdrucksstarke Akzente.

So gelingt dir der Look

  1. Setze auf eine ruhige Basis aus Ecru, Beige, Marine oder Schwarz.
  2. Wähle einen Akzent aus Barolo, Teal, Viola oder Espresso.
  3. Spiele mit Texturen wie Rippe, Jacquard oder Zopfmuster statt mit lauten Farben.
  4. Investiere in wenige gute Stücke, die dich viele Winter begleiten.

Wer diese Prinzipien beherzigt, ist in dieser Saison stilsicher unterwegs, und das auch in den kommenden.

 

Einzelne Visualisierungen dieses Beitrags wurden mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt.

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